Mal was ganz Anderes – Fridays for Future/Parents for Future

Ich habe heute der Bezirksregierung eine Mail geschrieben, weil diese offensichtlich Schulleitungen dazu auffordert, Kinder, die an den Freitagsdemonstrationen teilnehmen, zu melden.

Ich nenne das Anschwärzen und finde das sehr unschön! Ich jedenfalls finde das Engagement der Jugendlichen vorbildlich!

Deswegen hier der Text der Mail:

Sehr geehrter Herr Limberg,

ich bin Mutter und ich bin entsetzt!
Sie haben offenbar eine Mail an Schulen geschickt, in der Sie die Schulleitungen auffordern, Schülerinnen und Schüler zu melden, die freitags dem Unterricht fern bleiben, weil Sie sich den Demonstrationen „Fridays for Future“ anschließen!
Nachdem über 12000 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die Streiks für richtig und notwendig erklärt haben und sich den Protesten anschließen, nachdem Eltern ihre Kinder zu selbständigen Denken erzogen haben, das offenbar hier Früchte trägt, nachdem diese jungen Menschen Engagement zeigen – nachdem Allen wollen Sie die Kinder und deren Eltern und Unterstützenden mit angedrohten Repressalien einschüchtern?
Das kann nicht Ihr Ernst sein!!!
Ich sage Ihnen was:
Ich bin stolz auf diese Kinder, die mehr verstanden haben, als die meisten Erwachsenen – Sie eingeschlossen – verstehen wollen! Ja – es ist Wollen!
Es ist ein Unterordnen unter selbst erzeugte Zwänge durch Lobbyistinnen und Lobbyisten, durch selbsterzeugte wirtschaftliche Zwänge und unter die vollkommen sachferne und unverstehbare Weigerung, das Offensichtliche zu erkennen!
Anstatt diesen Kindern in Projekten zu den Themen in der Schule anzubieten, Schulen anzubieten, gemeinsam mit den Kindern die Straßen zu bevölkern, anstatt diese Kinder in jeder Hinsicht in ihrem Engagement zu unterstützen, ihnen Wertschätzung und Respekt entgegen zu bringen und stolz auf sie zu sein, werden diese Kinder von Ihnen mit Stigmatisierung und zukunftsschädigenden Repressalien bedroht!
Und abgesehen von dem Allen, fordern Sie Schulleitungen dazu auf, Kinder zu denunzieren???  DENUNZIEREN! Das ist es nämlich, was sie da fordern! Wie können Sie so etwas tun?
Das ist unethisch und unmoralisch und ich für meinen Teil werde das nicht hinnehmen!
Was bitte vermitteln Sie da? Was sind SIE eigentlich für ein Vorbild?
In meinen Augen überschreiten Sie damit weit Ihre Kompetenzen!  Ich möchte nicht, dass meine Kinder Menschen wie Sie fürchten müssen!
Ich sage NEIN!
Nicht mit mir und ich bin sicher, nicht mit uns Eltern.. Ich werde nicht die Einzige sein, die so etwas nicht hinnehmen wird!, Das jedenfalls ist sicher!
Sie werden jetzt wieder Schulpflicht und Unterrichtsausfall ins Feld führen wollen!
Damit wäre ich anstelle Ihrer Behörde sehr sehr vorsichtig!
Das nämlich dürfen Sie dann, wenn in den Schulen dieses Landes nicht mehr als 20% der Wochenstunden wegen Lehrer*innenmangels ausfallen. Dieses Argument hat was von Bigotterie, wenn ich ehrlich bin!
Das andere Argument ist ja immer, die Jugendlichen sollen in ihrer Freizeit demonstrieren! Entschuldigung – das ist lachhaft! Demonstrationen von Erwachsenen für Tarife oder was auch immer finden aus Gründen während der Arbeitszeiten statt! das erhöht den Druck und das ist gut so!
Die Jugendlichen zeigen mehr Einsatz und Mut, als die meisten Erwachsenen es tun! Sie widersetzen sich und das ist gut so! Wollen wir nicht, dass sich junge Menschen einsetzen, dass sie sich kümmern und für Ihre Rechte einstehen? Wollen wir Ihnen wirklich das Signal geben, dass Sie werden sich nicht einschüchtern lassen! Davon können Sie ausgehen!
Es ist an Ihnen, diese Situation nicht eskalieren zu lassen!
Ich für meinen Teil werde jeden Rechtsweg ausschöpfen, der mir zur Verfügung steht und jedes öffentlich Mittel ergreifen, um Ihnen diesen Vorstoß nicht durchgehen zu lassen! Auch davon können Sie ausgehen!
Ich möchte junge Menschen, die nicht kuschen, die zu reflektierten und engagierten Erwachsenen werden können, ohne von engstirnigen Erwachsenen Steine in den Weg gelegt zu bekommen!
Ich fordere Sie deswegen auf, umgehend diese interne Mail zurückzunehmen und stattdessen den Schulen die Türen zu öffnen, mit den Schülerinnen und Schülern zusammen das Thema Klimaschutz und Klimawandel anzugehen! Bieten Sie Unterrichtsmaterial und stellen sie die Jugendlichen frei! Nutzen Sie die Chance und zeigen Sie das Engagement und die Chuzpe, das Ihnen diese wunderbaren Jugendlichen vorleben! Was hindert Sie daran?
DAS ist das richtige Signal!
Diese Mail wird veröffentlicht!
Mit freundlichem Gruß!
Gabriele Menking“

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